Drei Wochen voller Freude, Kultur und Begegnung

Am vergangenen Wochenende endeten unsere 13. Balkantage mit dem Balkanbasar und einem Konzert der rumänischen Balkan-Soul-Gruppe „Zmei3“ nach über drei Wochen mit anregenden Podiumsdiskussionen, nachdenklich stimmenden Filmen, begeisternden Konzerten, interessanten Ausstellungen und Lesungen, mitreißenden Folkloreauftritten und nicht zuletzt kulinarischen Spezialitäten. 


Die Veranstaltungen stießen mit über 3000 Besuchernauf sehr großen Anklang, wobei sich das Publikum aus einer interessanten Mischung verschiedener Nationalitäten, Kulturen, Generationen und Berufsgruppen zusammensetzte, vom Studenten bis zum Rentner, vom Hilfsarbeiter bis zum Hochqualifizierten. Die verbindende Gemeinsamkeit war das Interesse am politischen, kulturellen und menschlichen Austausch. 

Die Autoren/innen, Regisseure/innen, Schauspieler/innen, Politiker/innen und Künstler/innen kamen sowohl aus Südosteuropa als auch aus München, Bayern und dem ganzen Bundesgebiet. Die verschiedenartige Zusammensetzung von Mitwirkenden und Publikum bot jede Menge Gedankenanregungen sowie Möglichkeiten zum politischen und kulturellen Dialog und zur Vernetzung oder auch nur zum Genuss durch den Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturkreisen.



Am vergangenen Wochenende, den 29. und 30. März, hatten Sie die Möglichkeit, zwei besondere Konzerte im Gasteig zu erleben: Das große Balkankonzert mit Jacques Houdek und Ilma Karahmet. Jacques Houdek ist nicht nur als hervorragender Sänger mit einem Repertoire von Oper bis Pop, sondern auch als Mentor musikalischer Talente und Integrationsfigur über die Grenzen Kroatiens hinaus bekannt, insbesondere seit seinem erfolgreichen Auftritt beim Eurovision-Song-Contest. Ilma Karahmet,eine 18-jährige bosnische Sängerin und YouTube-Star der Region, hat mit Houdek als Coach Ende letzten Jahres die kroatische Talentshow „RTL Zvijezde“ gewonnen und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit in der Region. (Mehr Fotos unter diesem Link)

Wir danken insbesondere Bernd Posselt,Münchener EU Abgeordnete a.D., und Predrag Jović, Stellvertretender Minister des Ministeriums Bosnien und Herzegowina für Menschenrente und Diaspora, die Begrüßungsworte ausgesprochen haben. 

Begeistert aufgenommen wurde auch das Konzert der rumänischen Musikgruppe „Zmei3“am 30. März, deren Verse über Widerstand, Unterdrückung, Immigration, Liebe, Tod und Einsamkeit aus Blues, Rock und Jazz einen neuen Balkan-Soul schaffen, der wie süßes Gift unter die Haut kriecht. 

Am 11., 19., 20., 23. und 26. März vermittelten weitere fünf Konzerte bzw. musikalische Auftritte Balkanfeeling. Das Duo Iskra und Vlado Grizelj präsentierte am 11.3. beim städtischen Altenheimträger Münchenstift an der Tauernstraße eine Mischung aus Jazz- und Bossa-Nova-Standards, Klassikern der Pop- und Soulgeschichte sowie Liedern aus dem Gebiet Ex-Jugoslawiens. Laurent Prokopic erfreute sein Publikum bei Münchenstiftam Dom-Pedro-Platz am 19.3. mit seinem Repertoire aus französischen Chansons, amerikanischen Evergreens und Balladen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Zum Zuhören, aber auch Tanzen forderte „4420 Band“ mit Milos Mihailovic (Gitarre) und Nenad Uskokovic (Cello) die Besucher am 20.3. bei Münchenstift an der Effnerstraße auf. Auf dem Programm standen YU-Hits, Pop, Rock und Ethno. 



„Acoustic Caravan“gaben am 23.3. im Gasteig ein Jazz- und Sevdalinka-Konzert. Sevdalinke sind traditionelle bosnische Liebeslieder, die mal melancholisch, mal sehnsüchtig, mal leichtfüßig verliebt, aber immer zutiefst leidenschaftlich vorgetragen werden. (Mehr Fotos unter diesem Link)


Das bosnische Frauen-Vokalensemble „Tuzlanke“aus Tuzla gab am 26.3. bei Münchenstift in der Rümannstraße mit viel Leidenschaft traditionelle Lieder, Sevdalinke, aber auch Chansons und Popsongs zum Besten. (Video Link)

Auf dem Balkanbasar am 30. März hatten Besucher den ganzen Tag die Möglichkeit, Balkan-Atmosphäre mit allen Sinnen zu erleben. Nach einem Kinderprogramm konnten die Zuschauer den Wettbewerb zahlreicher Folklore-Tanzgruppen verfolgen. Mitgerissen von den Darbietungen und der Musik, hielt es am Ende niemanden mehr auf den Sitzen und alle tanzten zusammen. (Link zu Facebook) Wie auf einem Basar üblich, wurden Kunsthandwerk und Produkte aus dem Balkan angeboten. Genießen konnte man auch vielfältige kulinarische Spezialitäten, vom Nationalgericht Ćevapčići bis hin zu traditionellem Gebäck. (Mehr Fotos unter diesem Link)

Vom 20.3. bis zum 24.3. gab es einen regelrechten Zuschaueransturm bei den Balkanfilmtagen, die im Rahmen der Balkantage veranstaltet werden, der zum einen auf die Auswahl der Filme, zum anderen auf die interessanten Gesprächsrunden mit Regisseuren und Schauspielern zurückzuführen ist.

Die Filme vermitteln den realen Alltag mit seinen Problemen und Freuden und machen dem Zuschauer verständlich, wieso so viele junge und qualifizierte Menschen aus dem Balkan ihre Heimat verlassen. Die Gesprächsrunden mit Nikola Kojo und Burim Haliti, zwei prominenten Gesichtern der Protestbewegungen für mehr demokratische Freiheiten in Serbien und im Kosovo, über die politische Situation auf der Balkanhalbinsel verdeutlichten, wie sehr Oppositionelle dort unterdrückt werden und mit welchen Restriktionen bis hin zu Morddrohungen sie zu rechnen haben. (Link zu Programm)



Am 17. und am 23. März fanden Literaturtage im Gasteig und im Bayerischen Hof in Starnberg statt. Nach der Lesung von Masa Dabic, Jagoda Marinic und Ranka Nikolic am 17.3. wurde über Literatur zwischen München, Belgrad, Rijeka, Zagreb, Graz und Münster diskutiert. (Mehr lesen)

Am 23. März konnte man eine Lesung aus der Anthologie „Wir sind hier“(Allitera Verlag, Starnberg) verfolgen. Thema der Diskussion im Anschluss war der Einfluss der Migration auf die Literatur. (Mehr lesen)


Am 25. März wurde die Foto-Ausstellung „Stari Most“, München – Mostar: eine Brücke der Hoffnung,im Gasteig eröffnet. Sie zeigt den originalgetreuen Wiederaufbau der „Stari Most“, der alten Brücke in Mostar, die schon im 16. Jahrhundert ein Symbol der Verbindung von West und Ost, Christentum und Islam war. Damit soll die Kommunikation zwischen den Ethnien und Religionen wiederhergestellt werden. Die kostenlose Ausstellung ist noch bis zum 7. April zu sehen. (Mehr lesen)



Am 18. März stand in der Stadtbibliothek im Kulturzentrum Hasenbergl ein Familientagauf dem Programm. In der musikalischen Performance „,Jo-Wa‘ Zusammen? Leben!“erzählte der nigerianische Musiker John Awofade Olugbenga über das Leben in seiner Kultur, während Stephan Lanius mit Fabeln aus der Antike eine europäische Denkweise darstellte. Parallel dazu konnten Kinder Marionetten basteln. Dieses Angebot gab es auch am 19.3. im Jodquellenhof in Bad Tölz.

Am 8. März warf die Eröffnungsveranstaltung der Balkantage 2019unter dem Motto „Balkan - Raum der Möglichkeiten“ im Münchner Stadtmuseum ein Licht auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation im Balkan. Das Netzwerk bosnischer Studenten und Akademiker nahm an einer anregenden Gesprächsrunde teil. Dr. Maja Savić-Bojanić, Igor Ilić, Dr. Dennis Gratz und Ahmed Spahic nahmen eine kritische Bestandsaufnahme der politischen und gesellschaftlichen Situation im Balkanraum vor und diskutierten mögliche Lösungsansätze. (direkt zum Artikel).


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