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Mittwoch, 5. April 2017

"Unsichtbare Narben": Film und Podiumsdiskussion

Der Dokumentarfilm „Unsichtbare Narben – Vergewaltigung als Kriegsverbrechen" berichtet schonungslos und ungefiltert über die entsetzlichen Torturen, denen die Lagerinsassen von Bosnien-Herzegowina ausgesetzt waren. Überlebende kommen selbst zu Wort, viele sprachen im Rahmen des Films zum ersten Mal über ihre furchtbaren Erinnerungen.

Ein Tabuthema sind die Vergewaltigungen bis heute, insbesondere die sexuelle Gewalt an Männern. Die Überlebenden sind damit doppelt gestraft: Sie sind nicht nur physisch und psychisch gezeichnet, sondern leiden an der Ignoranz und Intoleranz der Umgebung. "Die Gesellschaft kennt nur Täter und Verbrechen, nicht aber Opfer", so Jasmin Mesković, Direktor der nichtstaatlichen Vereinigung der Lagerinsassen Bosnien und Herzegowina, der mit Projektleiterin Suada Nožić für eine anschließende Podiumsdiskussion angereist war. Armin Smailović, der für seine Fotografien von Nachkriegsgesellschaften mehrfach ausgezeichnet wurde, führte gemeinsam mit Sadija Klepo das Gespräch.

Die Vereinigung hat es sich zum Ziel gemacht, die Verbrechen zu dokumentieren und möglichst viele Daten und Fakten zu sammeln, um eine objektive Betrachtung zu ermöglich. Mesković ist sich sicher: Die Erinnerung an solche Taten muss wachgehalten werden, damit sich so etwas niemals wiederholt. Die Vereinigung unterhält Museen, gibt Bücher heraus und hat schon vier Dokumentarfilme produziert, um das Thema auch über Bosnien-Herzegowina hinaus bekannt zu machen. Von staatlicher Seite erhalten sie keine Unterstützung - ebenso wenig wie die traumatisierten Überlebenden.

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