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Donnerstag, 30. März 2017

BALKANFILMTAGE - Das Leben mit vier Pässen

Der Dokumentarfilm "Vier Pässe", an dem der serbische Regisseur Mihajlo Jevtic laut eigener Aussage drei Jahre lang gearbeitet hat, befasst sich mit der Lebensphase einer Generation, die in einer vom Krieg zerstörten Heimat aufwachsen musste. Diese Generation der heute Ende Dreißigjährigen, zu der auch der Regisseur selbst zählt, musste in einer zerfallenen Heimat erwachsen werden und ihren Weg finden bzw. die Flucht ergreifen und auswandern, um für das eigene materielle Wohl und das der zurückgeblieben Familie Sorge tragen zu können.

Der Dokumentarfilm setzt sich aus einzelnen Fragmenten zusammen und verbindet dabei sehr persönliche Aufnahmen, die den Regisseur und seine Familie zeigen, mit einer fiktiven, Comic-ähnlichen Geschichte. "Vier Pässe" ist ein autobiografischer Film, in dessen Mittelpunkt der Regisseur selbst steht. Seine Familie und seine engsten Freunde werden im Gespräch mit ihm und miteinander gezeigt und ermöglichen somit dem Zuschauer, sich eine eigene Meinung zur Situation im heutigen Serbien zu bilden.

Das im Anschluss folgende Gespräch mit dem Regisseur gab Aufschluss über den Leitgedanken dieses Filmprojekt. Der in Belgrad geborene Jevtic, der im Laufe der letzten Jahre vier verschiedene Pässe besessen hat, ohne dass sich seine Adresse jemals geändert hat. Er wollte mit seinem ersten langen Dokumentarfilm die Aussichtslosigkeit seiner Generation zeigen. Einer Generation, der nichts anderes übrig geblieben ist, als der Heimat den Rücken zuzukehren und in der Ferne ihr Glück zu suchen. Und das, obwohl die balkanische Kultur eine sehr familiengebundene ist und das Auswandern nicht dem Charakter der Betroffenen entspricht.

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