Balkantage

 

Balkanfilmtage

Sonntag | 16. März

18.00 Uhr    Djeca / Kinder Sarajevo (Bosnien und Herzegowina / Deutschland / Frankreich / Türkei, 2012, 90 Minuten, Regie: Aida Begic) - OmdtU -

Ort: Vortragsaal der Bibliothek im Gasteig

 

Freitag | 21. März

18.00 Uhr    FESTLICHE ERÖFFNUNG DER BALKANFILMTAGE
18.30 Uhr    TZVETANKA (Schweden/Bulgarien 2012, 66min, Regie: Youlian Tabakov)
20.00 Uhr    MAMA EUROPA (Slowenien/Mazedonien/Kroatien 2013, 90 Min. Regie: Petra Seliškar)

Ort: Vortragsaal der Bibliothek im Gasteig

 

Samstag | 22. März  REKONSTRUKTION VON GESCHICHTE (Blockveranstaltung)

16.00 Uhr    KURZFILMPROGRAMM

I BELIEVE IN LOVE / ВЕРУВАМ ВО ЉУБОВТА / VERUVAM VO LJUBOVTA  (Mazedonien 2013, 12min, Regie: Igor Ivanov)

ROTER SCHNEE / CRVENI SNIJEG / RED SNOW  (Serbien/ Montenegro/ Schweiz 2013, 22 min, Regie: Luka Popadić)

RANA KOJA SE KRIJE / A WOUND THAT IS HIDDEN  (Holland /Bosnien Herzegovina 2013, 14min., Regie: Una Kreso)

17.00 Uhr    BILD­‐VORTRAG "DER SEHR LANGE SCHATTEN DES GAVRILO PRINCIP" von Dr. Jozo Džambo

18.00 Uhr    JUGOSLAVIJA, KAKO JE IDEOLOGIJA POKRETALA NAŠE KOLEKTIVNO TELO / YUGOSLAVIA, WIE IDEOLOGIE UNSERE IDENTITÄT VERÄNDERTE (Serbien/Frankreich/Deutschland 2012, 62 Min., Regie: Marta Popivoda)

20.00 Uhr    GESPRÄCHSRUNDE ÜBER DIE REKONSTRUKTION VON GESCHICHTE IM FILM - Moderation: Patricia Vidović, Gäste: Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, Dr. Andreas Otto Weber, Dr. Jozo Džambo & Oliver Tataru

Ort: Black Box im Gasteig


Djeca / Kinder Sarajevo (Bosnien und Herzegowina / Deutschland / Frankreich / Türkei, 2012, 90 Minuten, Regie: Aida Begic) - OmdtU -

Alternate Text

Rahima und Nedim sind Waisen des Bosnienkriegs. In Sarajevo leben sie in einer Gesellschaft im Übergang, die ihren moralischen Kompass verloren hat. Rahima findet Trost im Islam und organisiert den Alltag für sich und ihren Bruder. Als Köchin arbeitet sie in einem gut gehenden Restaurant. Was sie verdient, reicht gerade zum Überleben. Ihr 10 Jahre jüngerer Bruder kann sich mit der Situation nicht arrangieren, er sieht sich als Opfer des Krieges und legt sich in der Schule mit der neuen Elite an. Die Situation eskaliert, als er sich mit dem Sohn eines lokalen Machthabers prügelt. Nun wird das Leben der Geschwister am Rande des Existenzminimums noch schwieriger. Die alten Seilschaften funktionieren noch, aber Rahima gibt nicht auf...


Tzvetanka (Schweden, Bulgarien, 2012, 66 Minuten, Regie: Youlian Tabakov) -OmdtU-

MÜNCHENPREMIERE

In einer reichen Familie aufwachsend, träumt Tzvetanka von einer Karriere als Schauspielerin, doch die historischen Ereignisse in ihrem Heimatland Bulgarien lenken ihr Schicksal in eine ganz andere Richtung. “Tzvetanka” ist die Geschichte einer Frau, die drei unterschiedlichste historische Epochen durch-­‐ und überlebt. Ihr Leben repräsentiert und reflektiert die Geschichte vieler anderer Leben, die der bulgarischen Gesellschaft und die des Landes selbst.
Nach dem Tod ihres Bruders übernimmt Tzvetanka die Führung des Familienunternehmens. Aber mit dem einen Schicksalsschlag nicht genug. Die kommunistische Revolution im September 1945 verändert das Leben der Familie noch einmal drastisch. Der Vater wird als Parteifeind der BKP beschuldigt und ins Gefängnis gesteckt. Alles Hab und Gut wird von den Kommunisten konfisziert und die Familie muss ins Exil flüchten...


Mama Europa (Slowenien, Mazedonien, Kroatien, 2013, 90 Minuten, Regie: Petra Seliskar) -OmenglU-

DEUTSCHLANDPREMIERE

MAMA EUROPA ist ein intimes Gespräch zwischen einer Mutter und ihrer Tochter Terra. Im Grenzstreifen geboren, der Jugoslawien von der westlichen Welt trennt, wächst Terra
als “Weltbürgerin” auf, wird sich der Bedeutung von Grenzen aber bewusst sobald sie realisiert, dass das Familienauto ihr tätsächliches Wohnzimmer ist. Eine Reise durch Südeuropa mit ihrer Familie nutzt sie, um ihr ihre sonderbare Weltsicht nahe zu bringen.

Eine Punkband, ein “Gourmet-Einsiedler”, einige Fischer und ein 100-jähriger Mann sind die weiteren Charaktere dieses gar märchenhaften Road Movies.


Rekonstruktion von Geschichte

Kurzfilmprogramm6

Es erwartet Sie eine spannende Zusammenstellung exklusiver Kurzfilme aus verschiedenen Ländern der Balkanhalbinsel.

 

I BELIEVE IN LOVE / ВЕРУВАМ ВО ЉУБОВТА / VERUVAM VO LJUBOVTA (Mazedonien 2013, 12min, Regie: Igor Ivanov) 

DEUTSCHLANDPREMIERE

 Die Straßen der Roma- Viertel in Mazedonien sind voller Leben. Kinder spielen in Höfen, doch sobald die Türen der baufälligen Häuser geschlossen sind, herrscht Gewalt. Die Dokumentation handelt von Frauen, die Opfer ihrer eigenen Liebe sind. Frauen mit einem verdrehten Verständnis für Tradition und Eheempfinden. Ein Leben am Rande der Gesellschaft, in der Gerechtigkeit „die wohl erzogene Frau“ bedeutet und in der niemand es zulässt, sich in die ehelichen Beziehungen einzumischen. Die verschiedenen Geschichten unterschiedlicher Generationen, die sich in Gefangenschaft ihrer Hoffnungslosigkeit befinden, die, von chauvinistischen Ansichten ihrer Männer unterstützt, versprechen, dass die Gewaltkultur in der Familie weiterhin erhalten bleibt...

ROTER SCHNEE / CRVENI SNIJEG / RED SNOW (Serbien/ Montenegro/ Schweiz 2013, 22 min, Regie: Luka Popadić)

MÜNCHENPREMIERE

Zweiter Weltkrieg, Serbien 1941 - Als durch die Unvorsichtigkeit des Wehrmachtleutnants Michael Berg ein deutscher Soldat stirbt, stellt Bergs vorgesetzter Major ihm ein Ultimatum: Falls der junge Leutnant es schafft, den Gefangenen Petar dazu zu bringen, seine Kameraden zu verraten, wird der Major das Vergeltungsgesetz 100 zu eins nicht anwenden. Das Gesetz besagt, dass für jeden getöteten deutschen Soldaten 100 Zivilisten hingerichtet werden müssen.Um den Tod Unschuldiger zu verhindern, wirft Berg all seine Prinzipien über Bord und foltert den Gefangenen Petar bis dieser stirbt. Als Berg erfährt, dass der Major nie vorhatte, das Gesetz der Rache nicht anzuwenden, sondern lediglich den Leutnant dazu bringen wollte brutaler zu werden, begeht Michael Berg Selbstmord.

RANA KOJA SE KRIJE / A WOUND THAT IS HIDDEN (Holland /Bosnien Herzegovina 2013, 14min., Regie: Una Kreso)

DEUTSCHLANDPREMIERE

Während des Krieges entkam Sanja mit ihrer Mutter aus Sarajevo. 18 Jahre später kehrt sie zurück auf der Suche nach ihrer Identität. Antworten auf Fragen wie "Wer bin ich?" und "Wo komme ich her?" begleiten sie auf ihrem Wege. Sanja sucht sie in ihrer Heimatstadt, die sie in all ihrer Schönheit, aber auch Grausamkeit sieht.

 


"Der sehr lange Schatten des Gavrilo Princip" (Bild-Vortrag von Dr. Jozo Džambo)

Die Gestalt des Attentäters von Sarajevo 1914 Gavrilo Princip bringt nicht nur ganz unterschiedliche Bewertungen seiner Tat mit sich, sondern wird auch als gpSymbolfigur verstanden, mit deren Hilfe – bis heute -­‐ Geschichte interpretiert und Ideologie betrieben wird.

Princip starb als Häftling noch vor dem Zerfall der k.u.k. Monarchie, die er bekämpft hat, und erlebte nicht mehr die Gründung jenes südslawischen Staates, von dem er nur vage Vorstellungen hatte. 
In diesem Staat wie auch in all seinen späteren Formen und Varianten war Princip immer präsent – in Denkmälern und Liedern, in Film und Theater, in wissenschaftlichen Abhandlungen, Schulbüchern und Folklore, in bedeutenden politischen Foren und in den trivialsten Formen des ideologischen Diskurses.

Den schmächtigen Schultern des Gavrilo Princip wurde viel zu viel aufgebürdet. Aber das ist nicht mehr seine Schuld.


JUGOSLAVIJA, KAKO JE IDEOLOGIJA POKRETALA NAŠE KOLEKTIVNO TELO (Serbien, Frankreich, Deutschland, 2013, 62 Minuten, Regie: Marta Popivoda) -OmenglU-

MÜNCHENPREMIERE

Die serbische Künstlerin Marta Popivoda versammelt in ihrer Found-Footage-Collage Filmmaterial des 5öffentlichen Fernsehens und der Propaganda. Es zeigt Aufnahmen von Menschen in Jugoslawien zwischen 1945 und 2000, die in kollektiven Choreographien den sozialistischen Staat zu offiziellen Anlässen feiern. Dazu kommen Aufnahmen der 68er-Demonstrationen, der nationalistischen Bewegungen der 90er Jahre und des Zerfalls des gesellschaftlichen Kollektivs im Krieg.

Gesprächsrunde über die Rekonstruktion von Geschichte im Film

Patricia VidovicWie lässt man Bilder über Geschichte sprechen, wie rekonstruiert man Vergangenes aus gegenwärtiger Perspektive durch das Medium Film? Patricia Vidović, Lehrkraft und Doktorandin am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Magnus-Universität München mit Schwerpunkt auf verschiedene Formen des Verstehens im ostmittel- und südosteuropäischen Kino lädt ein, um die Rekonstruktion von Geschichte im Film in einem offenen Podiumsgespräch zu diskutieren. 

redzio1Dr. Jozo Džambo, gebürtig aus Bosnien-Herzegowina, ist seit 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Adalbert-Stifter-Verein in München. Seit seines Studiums der Slavistik, Geschichte und Sprachwissenschaften hat Džambo zahlreiche Arbeiten veröffentlicht und war u.a. im Bayerischen Nationalmuseum und am Institut für deutsche und vergleichende Volkskunde der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.

  Oliver TataruDer rumänische Filmemacher und Cinematograph Serban Oliver Tataru wird über den Umgang mit Geschichte in Verbindung mit dem Medium Film sprechen und durch Ausschnitte aus seinem mehrfach prämierten Dokumentarfilm Anatomie des Weggehen (2012) Teile seines persönlichen Umgangs mit Geschichte darbieten. Der Film handelt von der Emigration seiner Familie aus Rumänien nach Deutschland zu Zeiten Cauceşkus. Tataru ist ebenfalls bekannt für Filme wie Beograd (2004) and Belgrade's Radio Warriors (2007).

ulfbrunb

 Prof. Dr. Ulf Brunnbauer erforscht an der Universität Regensburg sowie am Institute for East and Southeast European Studies die Geschichte Südosteuropas, u.a. mit Schwerpunkt auf Migration, Nationsbildung, Globalisierung, Geschichtsschreibung. Seit seiner Promotion in Geschichte an der Universität Graz, hat Brunnbauer bereits an zahlreichen Instituten für Ost- und Südosteuropäische Geschichte gelehrt und publiziert. andreas

Dr. Andreas Otto Weber ist Leiter im Haus des deutschen Ostens in München und Privatdozent der Bayerischen und Fränkischen Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er beschäftigt sich u.a. mit lokalgeschichtlicher Spurensuche und Themen der Integration, der Flucht und der Vertreibung.

 

 

 

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